Fasching auf dem Dorf

Versteckt im Hochhäusermeer Berlin-Marzahn liegt das alte Dorf Marzahn. Es ist kaum zu finden. Man erahnt den Standort nur durch die alte Windmühle. Dort ist auch der Dorfplatz, der Dorfkrug und die Kirche. Das Kulturgut ist eine für Veranstaltungen ausgebaute Scheune mit Bühne, Ausschank und Tanzfläche. Dieser große, originelle Veranstaltungssaal ist am Dorfeingang über einen mit Kopfstein gepflasterten Hof zu erreichen.

Die dort, von Annette am 21. Februar, organisierte Faschingsveranstaltung war ein Knüller. Sie begann um 18.00 Uhr. Ich war schon rechtzeitig dort um Plätze zu sichern.

Am Eingang begrüßte mich schon Pippi Langstrumpf mit einem lachenden Gesicht. Im Saal kam mir ein komischer Zwerg (vielleicht auch Rübezahl) entgegen. “Wer bist du denn?”, fragte ich und lüftete seinen grauen Bart, damit ich wusste wer vor mir stand. Später habe ich verstanden, dass es der Holzmichel war. Wie Ihr merkt: war es ein lustiges, gemischtes Publikum.

Die Eintrittskarte war der Bon für einen Pfannenkuchen und ein Glas Sekt. Der Auftakt war gegeben. Annette als Pünktchen (weites fliederfarbenes Kleid mit vielen Pünktchen) eröffnete das Programm.

 Zuerst tanzten wir unseren Eröffnungstanz. Um uns richtig kennen zu lernen, tanzten wir den Begrüßungstanz. Wir bildeten so gut wie möglich einen Kreis und Annette erklärte die Tanzschritte. Es klappte gut und alle hatten die richtige Stimmung. Unser Line Dance kam nicht zu kurz. Die Mickymaus tanzte ihren beeindruckenden eleganten Stil. Beim Paartanz “Sweet sixteen” organisierte Annette es so, dass die Gäste, die den Tanz nicht konnten, von denen die den Tanz konnten, aufgefordert wurden. Annette erklärte die Schritte und es konnte bei toller Musik losgehen.

Auch die Stimmungsmusik fanden wir gut. Der Luftballontanz und der Ententanz sorgten für eine lustige Abwechslung. Die Polonaise wurde von der Nonne angeführt. Die Stimmung war nicht zu bremsen.

Als ich den rauschenden Faschingsabend verließ, wurde ich von einem eingeschneiten weißen Berlin überrascht. Die Straßenbahn hatte in der Nacht eine abweichende Linienführung, so dass ich die letzten Stationen gelaufen bin. Ich genoss die helle weiße Stadt, dachte an mein Ruhebett und war in Gedanken schon bei der nächsten Übungsstunde.

Euer Schreiberlein Anita

Berlin am 28.02.2009

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