“Es passiert Großes”, habe ich gedacht. “Line Dance wird pupulärer gemacht.” Aber je mehr ich geforscht habe, stellte ich fest, dass genau das nicht passiert. Er wird einfach nur vermarktet. Es wollen sich einige damit nur profilieren. Und genau das ist nicht, warum ich beim Line Dance bin und was der Ursprung war.
Line Dance ist ein klein wenig eine Lebensphilosophie. Wir lernen die Tänze. Wir treffen uns zu Veranstaltungen. Wir tanzen gemeinsam und lernen uns kennen. Das geht sehr schnell, denn wir haben ein gemeinsames Hobby.
Und was passiert jetzt??? Es entstehen Wettbewerbe mit Tänzerinnen und Tänzer – mit Menschen wie Du und ich. Mit Menschen, die Spaß am Tanzen haben. Die Spaß am Line Dance haben. Die sich auch entsprechend kleiden, der Tradition und des Ursprungs wegen. Manche vielleicht auch, weil es gerade modern ist.
Wie geschrieben: es entstehen Wettberwerbe. Hier melden sich Gruppen an. Gruppen, die Spaß haben und sich auch gern mal messen. Die den Mut haben in der Öffentlichkeit zu tanzen und um ihr Können zu zeigen. Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Spaß.
So weit ist das auch ganz in Ordnung. Warum sich nicht auch mal Messen. Aber doch dabei keine Konkurrenz sein. Es geht um ein Miteinander. So dachte ich jedenfalls. So war es aber bei dem “großen Festival” am Funkturm nicht. Hier wurden von den so genannten Pofi-Tänzern Maßstäbe angesetzt, die nichts mit dem Line Dance zu tun haben, den ich kennen gelernt habe und auch nicht für einfache Tänzer.
Und was das Schlimmste ist, es wird auch noch hart kritisiert in einer Zeitung mit Name und Adresse. Es wird so kritisiert, als wären es Profis (und selbst da finde ich oft schrecklich, was geschrieben wird). Hier mal ein Beispiel: “Pünktlich um zwölf Uhr Mittags (Achtung, Filmanspielung) war es Zeit für die … den nächsten Schritt auf die Tanzfläche zu tun. Ihre Musikauswahl war nicht ganz so bunt wie die der vorherigen Truppe, dafür aber ihre Kleidung – eine einheitliche “Tanzuniform” hatten sie nämlich nicht. Die Chance einen Preis für das beste Outfit abzusahnen, war somit relativ gering.” (Zitat Ende).
Mein empfinden nach ist es eine furchtbare Kritik. Das hätte wir sein können.
Wir, die viel Spaß am tanzen haben
Wir, die viel Spaß in der Gruppe haben.
Wir, die nicht perfekt sind, aber gern mit anderen und für Andere tanzen.
Wir, die manchmal in der Motorik Schwierigkeiten haben und trotzdem den Mut haben – in die Öffentlichkeit gehen, um Andere zu begeistern und mitzureißen
Wir, die nicht den Rock´n roll tanzen, weil es kein Country ist, weil es nicht der Ursprung des Line Dance ist. Und weil die Musik viel zu schnell ist.
Wir, deren Portemonai sehr schmal ist.
Wir, die nicht das handwerkliche Geschick haben, um uns selber ein spezielles wenig Geld kostentes Outfit anzufertigen.
Hier passiert mit meinem Line Dance etwas, was ich nicht gut heißen kann. Es wird ein ungesunder Ergeiz geschürt. Die negative Konkurenz wird vertrieft. Es ist nicht mehr ein Miteinander. Der Familiencharakter geht verloren. Er wird vermarktet. Darüber bin ich entsetzt und sehr wütend. Ich weiß, ich bin nicht allein damit!
Hier könnt Ihr Euch melden und Eure Meinung dazu schreiben.